Augenpraxis St. Valentin Blog

Augen auf zu Schulbeginn

Augen auf zu Schulbeginn

Der erste Schultag steht vor der Tür – für Taferlklassler, aber auch für die Eltern, beginnt nun eine aufregende Zeit. Damit es mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen gut klappt, sollten Kinder vor Schulbeginn auf mögliche Sehschwächen wie Kurz- oder Weitsichtigkeit untersucht werden.

Die Entwicklung der vollständigen Sehschärfe dauert bis zum zehnten, bei manchen Kindern sogar bis zum zwölften Lebensjahr. In dieser Phase sind die Kleinen besonders gefährdet für die Entwicklung einer Fehlsichtigkeit. Diese bemerkt man oft rund um den Schulbeginn, wenn die Augen der Kinder besonders gefordert sind.

Vor Schulbeginn mögliche Fehlsichtigkeiten frühzeitig erkennen
Vor Schulbeginn mögliche Fehlsichtigkeiten frühzeitig erkennen. (Foto: © koco.at)

Die Welt aus Kinderaugen sehen
Rund 80% unserer Informationen werden mit den Augen aufgenommen und beschäftigen dabei ca. ein Viertel unseres Gehirns. Bei Geburt ist ein Neugeborenes meist kurzsichtig, sieht noch sehr unscharf und noch keine Farben. Ab den 6. Monat beginnt es Gegenstände außerhalb seiner Reichweite zu erkennen und danach zu greifen. Ein einjähriges Kind besitzt etwa 50 Prozent der Sehschärfe eines Erwachsenen.

Danach nimmt die Sehschärfe rasant zu und erreicht mit 6 Jahren ungefähr 100%, kann danach aber noch weiter zunehmen. (100% entsprechen der durchschnittlichen Sehschärfe eines gesunden Auges, manche Menschen sehen aber „schärfer“, also z.B. 120%). Etwas länger als die Entwicklung der reinen Sehschärfe dauert die Entwicklung des räumlichen Sehens und des Gesichtsfeldes. Dies entspricht erst mit 10 bis 12 Jahren dem eines Erwachsenen.

Durch regelmäßige Kontrolle Fehlsichtigkeiten rechtzeitig erkennen
Fehlsichtigkeiten bedeuten nicht immer gleich ein „schlechtes Sehen“, sondern können sich auch durch andere Schwächen äußern: Ihr Kind greift im Turnunterricht daneben und kann den Ball nicht richtig fangen; es wird als „lernschwach“ und „unaufmerksam“ abgestempelt weil es nicht zur Tafel sieht und deshalb vom Nachbarn abschreibt; es bekommt schnell Kopfschmerzen beim Lesen. Im Kindesalter entstandene Fehlsichtigkeiten bleiben ein Leben lang bestehen. Vor allem die Myopie (Kurzsichtigkeit) nimmt bei Kindern und Jugendlichen aufgrund der wachsenden Nutzung digitaler Medien verstärkt zu. (Mehr zum weltweiten Anstieg der Kurzsichtigkeit in unserem Blog-Artikel Welt der Blinden.) Durch regelmäßige Untersuchung der Kinderaugen kann eine beginnende Sehschwäche frühzeitig erkannt und dementsprechend behandelt werden.

Was eine gute Kinderbrille ausmacht
Wer Kinder schon einmal beim Herumtoben beobachtet hat weiß: eine gute Kinderbrille macht viel mit und muss viel aushalten. Sie darf die Beweglichkeit des Kindes beim Spielen keinesfalls einschränken, sollte gut sitzen und aus leichtem, robustem Material gefertigt sein. Um Verletzungen zu vermeiden bestehen die Gläser der meisten Kinderbrillen aus möglichst bruchsicheren Kunststoffen. Neben einer optimalen Passform ist eine exakte Zentrierung besonders wichtig. Der optische Mittelpunkt der Gläser muss mit der Sehachse der Augen übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, klagen Kinder oft über Kopfschmerzen, Schwindel oder gar Doppelbilder. Eine umfassende Beratung in einem Fachgeschäft ist daher beim Kauf einer Kinderbrille besonders wichtig.

Wir empfehlen allen Eltern auch bei vermeintlich guter Sehleistung ihrer Kinder einen Besuch in der Augenpraxis bevor die Schule beginnt. Nach einer umfassenden Untersuchung der Augen und einer frühzeitigen Kontrolle auf mögliche Fehlsichtigkeiten steht einem erfolgreichen Schulstart nichts mehr im Weg! 🙂