Augenpraxis St. Valentin Blog

Was ist eigentlich der Grüne Star?

Was ist eigentlich der Grüne Star?

Der Begriff „Grüner Star“ führt oft zu Verwirrung, da dieser leicht mit dem „Grauen Star“ verwechselt werden kann. Die medizinische Bezeichnung dafür lautet „Glaukom“. Ein Glaukom ist eine Erkrankung des Sehnervs.

Der Begriff „Grüner Star“ entstand eigentlich durch eine Fehlübersetzung eines Arztes. Dieser übersetzte das französische Wort „glaucome“ irrtümlich als „Grüner Star“. Der ursprünglich aus dem Griechischen stammende Begriff „glaukos“ bedeutet soviel wie „hell“, „leuchtend“, oder, das Meer betreffend, „grün-bläulich“. Die Bezeichnung „Grüner Star“ hält sich hartnäckig, obwohl an einem Glaukom überhaupt nichts grün ist.

So in etwa sehen GlaukompatientInnen die Welt: Das Gesichtsfeld wird immer kleiner...
So in etwa sehen GlaukompatientInnen die Welt: Das Gesichtsfeld wird immer kleiner … (Foto: © koco.at)

Wenn die Sicht immer enger wird
Auch in der heutigen Zeit der modernen Medizin kann ein Glaukom noch immer zur Erblindung führen, da man es sehr lange selber nicht bemerkt.
In unseren Sehnerven verlaufen (pro Auge) ca. eine Million Sehnervenfasern. (Deshalb ist es auch unmöglich ein ganzes Auge zu transplantieren, da jede Faser wieder eine passende „Partnerfaser“ bekommen müsste.)
Durch einen hohen Augeninnendruck können diese Fasern absterben und zu blinden Flecken im Gesichtsfeld führen. Unbehandelt werden diese Flecken immer größer, bis irgendwann der komplette Sehnerv abgestorben und das Auge erblindet ist.
Neben dem Hauptrisikofaktor Augendruck spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, wie Blutdruckschwankungen (vor allem niedrige Blutdruckwerte), Vererbung, Alter, Geschlecht, Rauchen, etc.

Hauptrisikofaktor erhöhter Augendruck
Ein durch ein Glaukom verusachter leicht erhöhter Augendruck ist nicht spürbar. Die zentrale Sehschärfe kann sehr lange erhalten bleiben, weshalb betroffene Menschen auch mit fortgeschrittenen Gesichtsfeldausfällen immer noch die kleinste Schrift lesen können.
Ein Glaukom kann daher nur von AugenärztInnen festgestellt werden. Der Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines Glaukoms ist ein erhöhter Augendruck. Deshalb gehört eine Augendruckmessung zu jeder augenärztlichen Untersuchung.
Allerdings hat man in den letzten Jahren entdeckt, dass die einfache Rechnung hoher Augendruck = Glaukom, normaler Augendruck = alles in Ordnung so nicht ganz stimmt. Manche Menschen haben einen überdurchschnittlich hohen Augendruck und bekommen nie ein Glaukom, und manche haben einen vermeintlich normalen Augendruck, und trotzdem einen Sehnervenschaden.
Wie kann man also sicher sein ob alles passt? Bei der Augenuntersuchung können wir Augenärzte mit einer speziellen Lupe direkt ins Auge auf den Sehnerv schauen und sehen ob dieser verändert ist. Diese Sehnerven sind jedoch – wie die Menschen selbst – indivduell unterschiedlich. Ob eine Erkrankung dahinter steckt lässt sich nur durch eine ganzheitliche Diagnostik feststellen.

Früherkennung durch moderne Diagnostik
Fortgeschrittene Sehnervenschäden können mit einer Gesichtsfelduntersuchung entdeckt werden. Allerdings sollte ein Glaukom idealerweise frühzeitig erkannt werden, dass es gar nicht zu Defekten im Gesichtsfeld kommt.
Seit ein paar Jahren gibt es für die Glaukom-Früherkennung eine neue,  technisch hochmoderne Spezialuntersuchung. Ein sogenanntes „OCT“ (Optische Kohärenz-Tomographie) „scannt“ mit einem Laser den Bereich um den Sehnerven und kann bereits frühe Veränderung erkennen.
Ein Glaukom ist eine individuell sehr unterschiedliche Erkrankung, sowohl die Diagnostik als auch die Therapie sollten daher für jeden Menschen speziell angepasst werden. Ein Glaukom kann lange stabil bleiben, sich aber auch schnell verändern. Deshalb sind häufige Kontrollen wichtig, um auf Veränderungen rechtzeitig reagieren zu können.

Jeder Mensch sollte, auch ohne Beschwerden und bei guter Sehleistung, seine Augen ab dem 45. Lebensjahr umfassend untersuchen lassen, um einen möglichen Sehnervenschaden durch ein Glaukom zu vermeiden.